Ockholm - Nordsee

Endlich war die Winterpause vorbei und wir fuhren wieder in Urlaub. Die Reise ging diesmal in das Ferienhaus der Familie Bahnsen in Ockholm. Das liegt ganz hoch oben im Norden zwischen Husum und Niebüll. Das reetgedeckte Häuschen stand auf einer ehemaligen Warf und diente früher als Post und Telefonvermittlung. Viele Bilder an den Wänden zeugten von der beschwerlichen Vergangenheit. Wir kamen bei herrlichem Sonnenschein dort an und hatten bis zum Abreisetag keinen Tropfen Regen.

Am zweiten Tag besuchten wir meine Kusine, die in der Nähe von Heide mit Ihrer Familie lebt. Wir waren noch nie dort und hatten einen sehr schönen Tag.

Am dritten Tag hatten wir das erste richtige Nordseeerlebnis. Wir besuchten die Hamburger Hallig. Diese Hallig ist fußläufig erreichbar. 4 KM ging es durch die winterliche Einöde des Wattenmeeres. Es war früh am Morgen und nur undeutlich machten wir die Hallig im Dunst aus. Wir waren ganz allein mit der Natur und uns. Mit der Gewissheit den Weg auch wieder zurück zu müssen, wurde er uns sehr lang. Die Hallig selber hat ein schönes Restaurant mit einer verheißungsvollen Speisekarte. Aber es war Montag, 10.30 Uhr und Winter. Um diese Zeit erwartet man dort keine Touristen. Dafür wurden wir mit einem weiten Blick über das Meer belohnt.

Der vierte Tag stand im Zeichen der Halbinsel Eiderstedt. Zuerst besuchten wir den Westerhever Leuchtturm. Aber, Oh Schreck, der stand ja wieder so weit im Wattenmeer. Wir beließen es diesmal mit einem schönen Blick auf den Leuchtturm, der um diese Zeit sowieso geschlossen hat. Noch nicht einmal die Toilette am Parkplatz war offen. Wir suchen uns eben immer die falschen Jahreszeiten aus.
Weiter ging es nach St.-Peter-Ording und Tönning. St.-Peter-Ording ist ein reiner Kurort mit einem schönen Strand. Uns hat besonders St.-Peter-Dorf gefallen. Viele hübsche, alte, norddeutsche Häuser sind zu bewundern. Tönning hat einen schönen Hafen und eine sehr sehenswerte Kirche. In der Kirche ist die Holzdecke sehr schön bemalt.

Am Mittwoch, dem fünften Tag, sind wir mit dem Zug von Niebüll nach Sylt gefahren. Besonders für Linda war Zugfahren eine ganz neue Erfahrung. Kurioserweise durften wir auf unser günstiges Minigruppenticket noch drei Personen mitnehmen. Ein Hund (ohne Platzanspruch) dagegen muss eine eigene Karte lösen. Westerland ist eine quirlige kleine Stadt mit tollem Strand, wie übrigens überall auf Sylt. Wir fuhren mit dem Bus erst nach Kampen und dann nach List. Die Hoffnung hier schillernde Persönlichkeiten zu treffen, wurde leider nicht erfüllt. Die Natur ist zwar sehr schön (Rotes Kliff, Wanderdünen), aber sonst war die Insel sehr verschlafen. Auch die reetgedeckten Häuser wurden langweilig, wenn man sie zu tausenden (naja übertrieben) sieht. Abends waren wir sehr geschafft und froh wieder in unserem schönen Heim auf Zeit zu sein.

Donnerstags schliefen wir erst mal aus und fuhren dann nach Friedrichstadt, der Holländerstadt. Schöne Häuser und Kanäle gibt es hier. Um diese Jahreszeit wirkte die Stadt leider sehr verlassen. Die echten Städte in Holland, die wir letztes Jahr (Westfriesland) besuchten, gefielen uns jedoch besser. Irgendwie haben die Holländer da mehr drauf. Weiter ging es nach Husum, zur gar nicht grauen Stadt am Meer. Sehr hübsch ist der Hafen und die angrenzende Häuserzeile. Die Fußgängerzone hatte einen schönen Platz, auf dem gerade Markt war. Uns war ganz schön kalt und so haben wir in einer Pizzeria zu Mittag gegessen. Den letzen Tag genossen wir noch mal unser Ferienhaus, bevor es am Samstag in strömenden Regen wieder nach Hause ging.

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