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Wir kamen mit der Fähre aus dem dänischen Gedser in Rostock an. Es war schon nach 17:00 Uhr, so dass wir Rostock nur durchquerten und nach Börgerende weiterfuhren. Dort ist ein Campingplatz, vor dessen Toren Womos über Nacht stehen bleiben können. Er hat sehr moderne Sanitäranlagen und er liegt direkt an der Ostsee. Abends machten wir einen wunderschönen Spaziergang am Strand. Um in Polen mit einem Hund einreisen zu dürfen, muss man ein amtstierärztliches Zeugnis haben, welches nicht älter als drei Tage sein darf. Wir hatten schon zu Hause mit dem Amtstierarzt von Rostock einen Termin für diesen Tag gemacht. Dank GPS fanden wir den Arzt ohne Probleme. Das war eine kurze Angelegenheit und 5 Minuten und 5 € später hatten wir unseren Stempel. Nun konnte es aber Richtung Polen gehen. Unsere letzte deutschseitige Übernachtung war im Hafen von Altwarp am Stettin Haff. Hier können deutsche Touristen ins polnische Neuwarp mit dem Schiff fahren, um dort auf den Polenmarkt zu gehen. Die Schiffe sind dermaßen rappelvoll, dass man ehr den Eindruck einer Kölner Straßenbahn bei Geschäftsschluss hat. Dichtgedrängt standen die Menschen in den Schiffen. Wir haben uns das geschenkt. Es gab natürlich einen guten Grund warum wir nach Polen fahren wollten. Mein Vater wurde im Krieg von dort mit seiner Familie vertrieben. Die ganze Geschichte würde hier zu weit führen. Eine wirklich interessante Homepage zur Familiengeschichte findet ihr auf der Seite meiner Cousine Elke unter www.sternin.de. Der Name ist Programm, denn wir fuhren in den Heimatort meines Vaters nach Sternin. Aber das taten wir nicht allein, sondern wir trafen uns an der Grenze mit meinem Vater Klaus, seiner Frau Uschi, meiner Schwester Erika und ihrem Mann Michael. Sternin liegt etwa 100 KM hinter der Grenze, ca. 25 KM südlich dem Ostseebad Kolberg. Man hört ja viele, meist weniger schöne Dinge über Polen und so ist man doch erstmal erleichtert, wenn man problemlos durch die Zollkontrolle gekommen ist. Von Lindas Anwesenheit haben wir mal nichts gesagt, man muss sich ja nicht künstlich Probleme schaffen. Hinter der Grenze waren die Strassen noch ganz gut, aber das legte sich bald und so rumpelte unser Womo doch ganz schön über die holprigen Straßen. Ich will aber nicht ungerecht sein, auf der deutschen Seite vor der Grenze waren die Strassen noch schlechter. Mein Vater fuhr vor uns her und so fanden wir auch ohne Probleme nach Sternin (wir hätten das alleine nie gefunden). Wir wohnten auf einem Bauernhof, der zusätzlich noch eine alte Wassermühle betrieb, die den Hof mit Strom versorgte und der teilweise sogar noch verkauft werden konnte. Die Polen sind ein armes Volk und die Arbeitslosigkeit liegt auf dem Land bei 30 %. Unsere Gastgeber waren sehr fleißige Leute, die sich fast komplett selbst versorgten. Die Familie bestand aus den Großeltern, den Eltern, der Tochter, dem Sohn und seiner Frau und ihrem kleinen Pavel (ca. 3 Jahre). Jedes Paar und die noch ledige Tochter bewohnten im Erdgeschoss des wunderschönen, alten Gutshauses je ein Zimmer. Die ganze obere Etage war für Gäste reserviert. Auf dem Hof gab es Hunde, Katzen, Hühner, Enten, Schweine, Kühe und Pferde. Pavel zeigte mir alle seine Tiere. Ja, hier das war ein wirkliches Paradies. Jedenfalls für uns. Für unsere Gastgeber war es die Existenz, die acht Menschen ernähren musste. Die Leutchen waren herzensgut. Jede Mahlzeit wurde mit der Familie an einem langen Tisch eingenommen. Uns was das für Mahlzeiten waren. Frische gebratene Fische, selbstgeschlachtetes Fleisch, selbst gemachte Wurst usw. Wir schlemmten wirklich gut und abends kreisten die Wodkaflaschen. . |
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